Text: Christian / Bilder & Kurzfilme: Carola
«Wohin gehst du?»
Darauf hätten wir im Spätsommer gerne eine Antwort gehabt, doch die gab es nicht. Wir mussten es auf uns zukommen lassen, uns treiben lassen, geprägt von äusseren Einflüssen und jederzeit bereit für alles, was kommen würde. Wie sich die Gesundheit von Caro’s Vater entwickeln würde, wusste niemand.
Traurige Nachrichten und Heimfahrt
Zurück in Cartagena geniessen wir ein paar spätsommerliche Tage auf dem Boot und planen einen kleinen Törn in eine nahe Ankerbucht. Beim Frühstück will ich die Route planen, da klingelt Caro’s Telefon. Sofort wird klar: Jetzt ist es ernst.
Abbruch, Reset. Schnell muss ein Flug organisiert werden, Caro reist umgehend nach Hause. Ich bleibe zunächst auf dem Boot und erhalte später in der Nacht die traurige Nachricht vom Tod ihres Vaters. Auch ich mache mich daraufhin auf den Weg Richtung Schweiz und Berlin.
Neue Pläne am Horizont
Zaghafte Pläne zeichnen sich am Horizont ab: Wir wollen wieder nach Cartagena, dieses Mal mit einer angehenden Matrosin.
Caro reist mit ihrer Mutter aus Berlin an, ich steige in Zürich dazu, und gemeinsam fahren wir über Frankreich nach Spanien. Zu dritt wohnen wir zwei wunderbare Wochen auf dem Boot, geniessen die Herbstsonne im Hafen und unternehmen viele Ausflüge an Land.
Zu dritt auf dem Weg nach Cartagena ⛵️ – Zwischenstopp in Frankreich
Ausflug zum Playa de Lastre
Alicante
Playa de Lastre again
Playa de los Cocedores
Cartagena
Erste Segelerfahrungen mit neuer Passagierin
Eine kleine Bootsfahrt darf nicht fehlen. Caros Mutter ist neugierig, aber auch respektvoll gespannt. Leinen los, vorsichtig, keine Krängung, wir segeln Süd-westwärts.
Drei Stunden später erreichen wir die Ankerbucht. Wir baden, prüfen Unterwasserschiff sowie den Anker, essen zu Mittag und gönnen uns eine Siesta in der warmen Sonne.
Auch Crew-Mitglied Monika entspannt sich langsam und geniesst das Mittagsschläfchen im Cockpit. Später fahren wir noch ein Stück entlang der felsigen Küste, bevor wir in der Dämmerung wieder in den Hafen zurückkehren.
Für Monika war es ein aufregender Tag. Sie hat einen ersten Eindruck von unserem Leben auf dem Boot gewonnen, genug für den Anfang.
Hoffentlich geht alles gut
Ein unvergesslicher Segeltörn
Meine Mama schlägt sich tapfer
Herbstsonne statt Wintergrau
Zu Hause in der Schweiz und Deutschland ist der Spätherbst angekommen, sogar etwas Schnee liegt schon. Wir aber geniessen hier weiterhin jeden Morgen unseren Kaffee in der Sonne und denken nicht ans Nachhause fahren.
Kälte, Dunkelheit und wenig Licht? Nein, wir bleiben noch ein wenig. Und die Weihnachtsstimmung? Die kommt nicht von frostigen Temperaturen, Bethlehem liegt schliesslich nicht im kalten Mitteleuropa, sondern auf dem warmen asiatischen Kontinent.
Kursänderungen eines bewegten Jahres
Wie war nun unser Segeljahr 2025 und konnten wir die Pläne umsetzen, die wir uns im vergangenen Frühjahr vorgenommen hatten?
Teilweise. Den Törn nach Gibraltar und wieder zurück nach Cartagena konnten wir tatsächlich realisieren, und diese Reise hat uns unglaublich viel Freude bereitet.
Doch danach folgte eine schwierige Zeit voller Ungewissheit, vor allem für Caro. Viele Fragen standen im Raum, begleitet von intensiven, emotionalen Momenten. Am Ende kam es zur traurigen Nachricht: Caros Vater ist im Oktober verstorben. Ein echter Tiefpunkt.
Aber wie so oft: Am Ende eines jeden Tunnels wartet wieder Licht. Bei spätherbstlichem Wetter kehrten wir nach Cartagena zurück, zu unserem Boot. Bis weit in den Dezember hinein durften wir dort sonnige, milde Tage geniessen, eine wohltuende Pause nach einer belastenden Zeit.
Der ursprünglich geplante Törn auf die Balearen fand zwar nicht statt, doch in der Marina trafen wir auf eine wunderbare und herzliche Seglergemeinschaft. Gemeinsam verbrachten wir viele fröhliche Abende und unternahmen wunderschöne Wanderungen.
Heimweh? Fehlanzeige. Unter diesen Umständen fiel es leicht, noch ein wenig länger zu bleiben.
Und doch machten wir uns, wie jedes Jahr, Mitte Dezember auf den Weg zurück nach Hause, zu unseren Familien.
So ist das Leben: eine Reise ins Ungewisse. Freude und Leid liegen oft nah beieinander.
Diese Aufnahme entstand bei einer traumhaften Wanderung
Tolle Truppe – Seglergemeinschaft in der Marina Cartagena
Drohnenshow über Cartagena
Und wie geht es weiter?
Ideen für das kommende Jahr haben wir viele, einige klar umrissen, andere noch vage. Viele drehen sich um die Orte, die wir in diesem Jahr nicht mehr erreicht haben.
Was auch immer das nächste Jahr bringt, wir freuen uns darauf, es Meile für Meile zu entdecken.
Psssst … noch etwas in eigener Sache.
Chris hat es im letzten Blogbeitrag bereits sanft anklingen lassen: Ich arbeite an meiner Selbstständigkeit.
Und nun ist es offiziell – meine Website dein-kurswechsel ist seit Oktober online! Damit ist ein lang gehegter Herzenswunsch für mich in Erfüllung gegangen, worüber ich mich sehr freue.
Wenn du neugierig bist und mehr über mein Online-Coaching erfahren möchtest, bist du von Herzen eingeladen, auf meiner Seite vorbeizuschauen. Ich freue mich auf dich!