Segelabenteuer im Juni:

Von Almerimar nach Gibraltar

 

Text: Christian / Bilder & Kurzfilme: Carola

 

Ankunft in Almerimar – ein Ort für mehr als nur ein Zwischenstopp

Almerimar, ein Yachthafen an der westlichen Mittelmeerküste, den viele Langfahrtsegler zumindest vom Hörensagen kennen. Auch wir haben in den letzten Jahren etliche Fotos und Filme anderer Segler gesehen, die hier einen Zwischenstopp einlegten oder gar ihr Boot überholt haben.

Gespannt biegen wir um die Hafenmole und erkennen sofort das markante, leuchtturmähnliche Gebäude des Marina-Büros. Wir legen seitlich an, ich checke ein, und mit einem Lageplan in der Hand machen wir uns auf die Suche nach unserem Liegeplatz. Alles funktioniert reibungslos.

Die Marina selbst ist Teil eines künstlich angelegten Ortes mit fingerförmigen Hafenbecken, gesäumt von Gebäuden mit Restaurants, Läden und Dienstleistern.

Die Anlage ist zwar ein wenig in die Jahre gekommen, hat aber einen gewissen Charme. Alles ist bequem zu Fuss erreichbar und wir fühlen uns schnell wohl.

In der Nähe lernen wir ein sympathisches Schweizer Seglerpaar kennen, mit welchem wir uns auf Anhieb gut verstehen. Wir erfahren, dass sich hier im Winter eine aktive «Liveaboard-Community» aufhält.

Die Woche hier vergeht wie im Flug. Almerimar ist ein guter Ort für Bootsarbeiten, das verstehen wir nun. Einziger Wermutstropfen: Die Stege sind öffentlich zugänglich, was uns davon abhalten würde, das Boot hier über einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt zu lassen.

Das Marina-Office

Unser Liegeplatz

Marina Almerimar

Hier gibt es unendlich lange Strände

Blick auf das „Plastikmeer“ – soweit das Auge reicht – Obst-und Gemüseplantagen

Abendstimmung

Motril – herzlicher Empfang und alte Fahrräder

Am 8. Juni machen wir uns frühmorgens auf den Weg, unser nächstes Ziel ist Motril. Bei wenig Wind motoren wir gemütlich entlang der Küste. Am späten Nachmittag erreichen wir die Marina.

Was für ein Empfang! Vier Personen stehen bereit, helfen beim Anlegen, sogar der Chef begrüsst uns persönlich. So herzlich sind wir selten empfangen worden.

Die Marina ist familiengeführt, was man sofort spürt. Wir fühlen uns willkommen und nutzen Motril als Ausgangspunkt für kleine Entdeckungstouren.

In der Marina erfahren wir, dass man kostenlos Fahrräder ausleihen kann. Neugierig öffnen wir den alten Schiffscontainer und sehen eine Reihe ziemlich betagter Drahtesel. Wir wählen die besten zwei, pumpen die Reifen auf und starten etwas skeptisch Richtung Salobreña.

Die Kleinstadt zieht sich vom Meer den Hügel hinauf. Bald realisieren wir, dass die historischen Gassen oben am Hang liegen, mit unseren klapprigen Rädern ist da nichts zu machen. Also lassen wir die Fahrräder stehen, erkunden zu Fuss die verwinkelten Gassen, besuchen die alte Burg und geniessen die traumhafte Aussicht über die Küste.

Delfine begleiten uns auf dem Weg nach Motril

Nach der Ankunft in Motril ersteinmal Beine vertreten

Velotour an Pfingsten

Salobrena ist auf dem Hügel schon in Sicht

Salobrena

Viele hübsche Gassen mit wundervollen Blumen säumen den Weg

Alles ist hier sehr gepflegt

Blick über Salobrena / Weg zum Castillo

Castillo de Salobrena

Ein weiteren Küstenort, den wir besichtigen, ist Almunecar. Diesen „erobern“ wir aber mit dem Mietwagen ☺️.

Unerwarteter Starkwind sucht uns eines Nachts heim

Willkommen in Almunecar

Castillo de San Miguel

El Majuelo Botanical Park

Hinter uns die „Rocks of San Cristobal“

In den Gassen von Almunecar

Granada – ein Tagesausflug zur Alhambra

Ganz oben auf unserer To-do-Liste: die berühmte Alhambra in Granada. Mit dem Mietwagen fahren wir ins Landesinnere. Stadtluft tut nach der Zeit auf dem Boot gut. In Granada schlendern wir durch die wunderschöne Altstadt Richtung Alhambra – voller Vorfreude.

Doch oben angekommen die Ernüchterung: Alle Tickets sind Ausverkauft. Und das für Wochen. Die Enttäuschung sitzt tief denn wir hatten gehofft, vor Ort spontan ein Ticket zu bekommen.

Immerhin: Die frei zugänglichen Teile der Anlage sind beeindruckend. Müde vom Sightseeing kehren wir am Abend zum Boot zurück.

«Die Alhambra ist eine weltberühmte maurische Palast- und Festungsanlage in Granada, die im 13. und 14. Jahrhundert erbaut wurde. Sie beeindruckt durch ihre islamische Architektur, kunstvollen Stuckverzierungen und weitläufigen Gärten. Heute zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Spaniens.»

Die Tücher spenden Schatten beim Shoppen

Kathedrale von Granada

Eine sehr beeindruckende Kathedrale

Ausserhalb Kathedrale

Granada und die Alhambra

Hinter uns die Alhambra

Wir sind gespannt

Wir befinden uns im öffentlich zugänglichen Bereich der Alhambra

Hammam

Theater

Zuvor waren wir auf der anderen Seite und blickten auf die Alhambra

Nach vielen Eindrücken verlassen wir die Alhambra

Viele alte Gebäude gibt es zu bestaunen

Kurze Pause im Park

Schlendern durch die Suks von Granada

Marbella – mehr als nur ein Promi-Ort

Weiter geht’s nach Marbella, wieder einmal wenig Wind, aber unser Motor bringt uns zuverlässig ans Ziel. Wir kannten Marbella nur vom Hörensagen und starten unsere Erkundung mit entsprechend niedrigen Erwartungen. Umso überraschter sind wir: Ja, es ist touristisch, aber gleichzeitig charmant und gepflegt.

Vor allem die Altstadt mit ihren engen Gassen hat es uns angetan. Ein echtes Highlight. Was Mallorca kann, kann Marbella offenbar auch.

Aufbruch nach Marbella – die Sicht ist begrenzt

Und wieder sind Delfine unsere ständigen Begleiter

Marbella voraus

Bunte Bänke und ein Springbrunnen in einem wunderschönen Park

Blumentöpfe zieren die Mauer

Iglesia de Nuestra Senora de la Encarnacion (ehemalige Moschee)

In der Altstadt

Plaza de los Naranjos

Viele Grünpflanzen säumen die kleinen Gassen

Stierkampfarena

Wir freuen uns auf ein Dinner mit Flamenco

Flamenco-Show

Marbella versprüht einen gewissen Charme 

Uns hat es hier sehr gefallen

Endlich Gibraltar – Ankommen in zwei Welten

Am 19. Juni ist es so weit: In der Ferne erkennen wir die Umrisse des berühmten Felsens von Gibraltar.

Delfine begrüssen uns, und das in einer Zahl, wie wir sie bisher noch nie erlebt haben.

Wir schlängeln uns durch unzählige Tanker und Containerschiffe und laufen die Marina auf der spanischen Seite in La Línea an, so sparen wir uns das Einklarieren.

Unser Liegeplatz bietet einen fantastischen Blick auf den „Affenfelsen“. Es fühlt sich für uns nach einem Etappenziel an, fast wie ein kleines Ankommen.

Zu Fuss überqueren wir die Grenze und stehen plötzlich in Großbritannien. Die Architektur, die Strassenschilder, rote Telefonzellen und britische Pubs: Alles wirkt auf uns fremd und vertraut zugleich.

Auf dem Rückweg schauen wir noch bei Morrisons vorbei und wir finden sogar unsere geliebten Tim Tam– Schoko-Biskuits aus Australien. Morrisons ist eine große britische Supermarktkette. Glücklich geht’s zurück an Bord.

Delfine – unzählige 🐬🐬 beobachten wir vor Gibraltar

Wenn es nicht viel zu tun gibt auf dem Boot

„Rock of Gibraltar“ – wir sind happy

Viele Frachter liegen hier vor Anker

Unser Liegeplatz mit Blick auf den „Affenfelsen“

Eben mal nach Grossbritannien spazieren

Auf der berühmten Landepiste von Gibraltar

Eindrücke vom Städtchen

very british

Unsere heissgeliebten Tim Tams gibt es hier im Morrisons

Diese Hausboote können für Ferienaufenthalte gebucht werden (auf der spanischen Seite)

Ein Besuch auf dem Felsen – mit Seilbahn und frechen Affen

Zwei Tage später nehmen wir erneut die Grenze in Angriff, diesmal wollen wir den Felsen erkunden. In der spätnachmittäglichen Hitze kämpfen wir uns zu Fuss den Berg hinauf, nur um am Eingang zu erfahren, dass der Naturpark bald schließt. Der Eintrittspreis von rund 30.- Euro pro Person lohnt sich für einen kurzen Besuch nicht.

Stattdessen fahren wir gemütlich mit der Seilbahn nach oben. Der Ausblick ist überwältigend, und die frechen Berberaffen sorgen für Unterhaltung.

Den Abstieg machen wir zu Fuss, vorbei an einigen Sehenswürdigkeiten und schöner Aussicht auf Gibraltar und das Meer. Durch den bewaldeten Hang geht es in der Abendsonne runter in die Stadt. Wir merken schnell: In Gibraltar schliessen die Läden früh, während die spanische Seite gerade erst zum Leben erwacht.

Wie ein einfacher Grenzzaun doch zwei Kulturen trennen kann.

Am Abend geniessen wir noch klassisch Fish and Chips und fallen erschöpft ins Bett.

Uns ist nichts zu anstrengend

Sacred Heart Church

Union Jack Steps

Holpriger Wanderweg

Mit der Luftseilbahn geht es eindeutig leichter hoch hinaus

Oben angekommen, offenbart sich eine phänomenale Aussicht

Gipfelstürmer

Kleiner Rundblick

Hier fühlen sich die Affen wohl

Zur Erinnerung ein gemeinsames Foto mit dem Affen

Je höher, desto besser die Weitsicht – bis nach Afrika können wir schauen

Dieser Artgenosse war sehr Fotogen

Ganz klar, wer hier der Platzherr ist

Windsor Suspension Bridge

Ein Abstecher nach Tarifa – zwei Meere, zwei Welten

Aber Gibraltar ist nicht unser Endziel. Wir wollen ans Meer, an die Atlantikküste. Mit dem Mietwagen fahren wir nach Tarifa, dem südlichsten Punkt Europas. Der Blick über die Meerenge nach Afrika ist beeindruckend, Marokko scheint zum Greifen nah.

Tarifa ist durch einen Damm mit einer kleinen Insel verbunden, er trennt buchstäblich Mittelmeer und Atlantik. Kaum zu glauben, aber man sieht und spürt den Unterschied: Links das kabbelige Alborán-Meer, rechts die langen Atlantikwellen.

Von Tarifa aus verkehren Fähren nach Tanger. Neugierig besuchen wir das Fährterminal und informieren uns über die Möglichkeiten für einen Tagesausflug in die marokkanische Küstenstadt.

Danach schlendern wir durch die schöne Altstadt mit ihren pittoresken Gassen. Unterwegs entdecken wir das beste Eis, das wir je in Spanien und vielleicht sogar in Italien, schlecken durften.

Den Abend lassen wir im charmanten Küstenstädtchen Zahara de los Atunes ausklingen, ein Tipp von Caros Schwester. Die Atlantikküste begeistert uns. Wenn da nur nicht die Orkas wären…

«Tarifa ist die südlichste Stadt des europäischen Festlands und liegt direkt an der Straße von Gibraltar. Bekannt als Hotspot für Windsurfer und Kitesurfer, treffen hier Mittelmeer und Atlantik aufeinander. Die Altstadt mit maurischem Flair zieht viele Reisende an. Vom Hafen aus verkehren regelmässig Fähren ins nur 14 Kilometer entfernte Tanger in Marokko.»

Tarifa

Schön anzuschauen

Castillo de Guzman el Bueno

Plaza de Santa Maria

Caro versucht zu schätzen, wie schwer die Ritterrüstung ist

Zwischen zwei Meeren

Wir geniessen den Blick auf den Atlantik

Zur Orientierung – Atlantik

Mittelmeer

Skulptur – Afrika und Europa geben sich die Hand

Fröhlich geht es weiter durch Tarifa

Bei einem Besuch in Tarifa, empfehlen wir diese Gelateria

Soooo viele bunte Sonnenschirme

Eine Abkühlung im Atlantik muss sein

Zahara de los Atunes

Diese Tapas sind sehr fein

Überreste eines Castillos

Ein faszinierendes Licht breitet sich aus

Spanische Klänge

Den Sonnenuntergang über den Atlantik lassen wir uns nicht entgehen

Ein sehr schöner Tag mit vielen Eindrücken geht zu Ende

Ein letzter Blick auf die afrikanische Küste bei Nacht

Ronda – eine Stadt auf dem Berg, geteilt durch eine Schlucht, verbunden durch eine Steinbrücke

Nach all dem vielen Wasser zieht es uns diesmal ins bergige Hinterland, unser Ziel: Ronda. Die Stadt liegt eindrucksvoll auf einem rund 750 Meter hohen Felsplateau in der andalusischen Provinz Málaga und wird von der spektakulären Schlucht El Tajo geteilt. Verbunden werden die beiden Stadtteile durch die Puente Nuevo, eine monumentale Steinbrücke aus dem 18. Jahrhundert, die zugleich das Wahrzeichen der Stadt ist.

Wir spazieren zunächst durch die Neustadt aus dem 15. Jahrhundert, vorbei an liebevoll restaurierten Altbauten, bis zur Brücke und sind begeistert vom weiten Ausblick über die umliegende Landschaft.

Auf der gegenüberliegenden Seite gelangen wir in die Altstadt, deren Ursprünge in der maurischen Zeit liegen. Dort besichtigen wir die historische Kirche und steigen die enge Treppe zum Kirchturm hinauf, der Blick über die Dächer der alten Gebäude ist beeindruckend.

Ein Abstecher nach Ronda lohnt sich in jedem Fall: Der Ort ist charmant, geschichtsträchtig und wie uns scheint, noch nicht von Touristen überlaufen. Ein entspannter Ausflug mit viel historischer Bausubstanz und grossartiger Aussicht.

Ladesinnere – viele Viewpoints, auf der Strecke nach Ronda, laden zum Fotoshooting ein

Angekomen in Ronda – Iglesia de Santa Cecillia y Nuestro padre Jesus

Alte Strasse 

Parroquia de Nuestra Senora del Socorro

Blick auf die Altstadt

Es geht ganz schön tief runter

Iglesia de Santa Maria la Mayor

Von der Kirche bietet sich ein wundervoller Blick über Ronda

Die Schlucht, die die Alt- und Neustadt trennt

Beeindruckende Altstadt

Perspektivenwechsel

Ronda ist ein Reise wert 👍

Mit vielen Eindrücken und Erlebnissen lassen wir den Juni hinter uns und schauen gespannt, was der Juli für uns bereit hält ⛵️.