Zwischen zwei Kontinenten:

Ein Ausflug nach Marokko

Text: Christian / Bilder & Kurzfilme: Carola

Mit der Fähre von Tarifa nach Tanger – ein kurzer Trip voller Kontraste und Überraschungen.

Früh morgens reisst uns der Wecker aus dem Schlaf. Noch verschlafen tasten wir uns aus dem Bett und trinken den ersten Kaffee im Cockpit, während draussen langsam die Morgendämmerung anbricht. Unser Boot liegt sicher vertäut in der Marina La Línea de la Concepción, bei Gibraltar.

Stress vor dem Start: Stau statt Schnellstrasse

Der Zeitplan steht: Die Tickets sind gekauft, um 9:00 Uhr legt die Fähre in Tarifa ab. Also steigen wir in unseren kleinen Mietwagen, ein Fiat 500, und machen uns auf den etwa einstündigen Weg zum Fährhafen.

Gut gelaunt geht es los, das Navi zeigt eine entspannte Ankunftszeit an. Caro steuert den Wagen souverän durch die Strassen von La Línea, bis zum Autobahnzubringer.

Dort dann die Überraschung: Überall uniformierte Polizisten, Strassensperren verhindern das Auffahren auf die Schnellstrasse. Keine Umleitung, keine Hinweise. Also folgen wir einfach den anderen Autos, biegen in eine schmale Nebenstrasse ab und stehen prompt im Stau.

Nichts geht mehr. Die schmale Küstenstraße ist mit dem unerwartet hohen Verkehrsaufkommen völlig überfordert. Derweil die Uhr unerbittlich tickt dämmert uns langsam: Wir werden wahrscheinlich die Fähre verpassen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit von 45 Minuten, beginnt sich die Kolonne langsam zu bewegen. Wir erreichen einen Kreisverkehr, in dem ein Polizist mit entschlossenen Gesten die Autos auf die Auffahrt zur Autobahn winkt. Endlich geht es weiter!

Caro gibt (viel) Gas, wir holen Zeit auf. Und tatsächlich: Rechtzeitig erreichen wir das Fährterminal, stellen den Wagen ab und steigen zu Fuss auf die Fähre.

Langsam entfernen wir uns vom spanischen Festland, die marokkanische Küste rückt näher. Die Zollformalitäten erledigen wir bequem an Bord. Bei der Ankunft in Tanger können wir direkt aussteigen. Unser erster Fußtritt auf den afrikanischen Kontinent.

Ankunft in Tanger: Willkommen in Afrika

„I’ll take you to the city. Believe me, the problem is not here, it’s in the city…“
Was für ein Problem? frage ich mich, während wir höflich an den sich anbietenden Reiseleitern und Taxifahrern vorbeiziehen. Zu Fuss gehen wir das kurze Stück vom Fährterminal in Richtung Altstadt. Die Promenade überrascht: sauber, modern, gepflegt. Über breite Treppen erreichen wir die etwas höher gelegene Altstadt.

Gerade noch geschafft

Die Fähre hat abgelegt

Tanger in Sicht

Und dann sind wir angekommen – Afrika, Marokko – Tanger

Erste Eindrücke prasseln auf uns ein

Willkommen in Tanger

Morgenkaffee in der erwachenden Altstadt

Es ist früher Vormittag. Die ersten Cafés und Läden öffnen gerade, stellen ihre Tische und Stühle auf die Strasse. Der Gedanke an einen zweiten Kaffee kommt uns gelegen. Im nächstbesten Café lassen wir uns nieder und beobachten die langsam erwachende Stadt (Zeitverschiebung: wir sind um 09:00Uhr abgelegt und 09:00Uhr Ortszeit angekommen in Tanger). Es ist ruhig, ordentlich, ganz anders, als wir erwartet hatten. Statt wuseligem Chaos erleben wir einen entspannten Morgen.

Gestärkt machen wir uns auf den Weg durch die verwinkelten Gassen. Alte Kirchen, pittoreske Läden, kleine Museen und Festungen kreuzen unseren Weg. Zwischendurch bieten sich fantastische Blicke auf die Küste, während ein frischer Wind vom Meer herüberweht.

Der typisch marokkanische Minztee – ein Genuss

Noch ist es entspannt auf dem Markt

In der Fischhalle ist mehr los

Ein Hauch von 1001 Nacht 😅

Wir entfernen uns von der Altstadt

Von der Altstadt in die Moderne

Am südlichen Rand der Altstadt erreichen wir die Neustadt. Mit ihren geschäftigen Strassen, modernen Fassaden und Einkaufszentren fühlt sie sich fast wie eine beliebige spanische Stadt an. Es ist nicht das, was wir gesucht haben.

Müde von den vielen Eindrücken zieht es uns zurück ans Wasser. Wir schlendern entlang der Küstenstrasse, der sogenannten „Corniche“ und biegen in die moderne Marina ein. Die Anlage ist top gepflegt, bewacht und bietet einen Kontrast zur Altstadt. Neugierig schlendern wir vorbei an Booten und Restaurants, eine kurze Pause tut gut.

Grossstadtdschungel

Damit wir auch wissen, wo wir uns befinden

Auf ans Wasser und zur Marina

Stärkung muss sein – kleines Frühstück mit Blick auf die „Skylines“ von Tanger

Gestärkt gehts es weiter

Gepflegte Promenade

Verirren unmöglich – dank Google Maps

Mit neuer Energie wollen wir nun die nördliche Altstadt erkunden. Vorbei an bunten Läden und Restaurants mit orientalischem Flair, durch enge, schattige Gassen. Zum Glück gibt es Google Maps, sonst hätten wir uns längst verlaufen.

Im Kasbah-Viertel besuchen wir ein Museum im ehemaligen Sultanspalast. Prunkvolle Kassettendecken, kunstvolle Mosaike, reich verzierte Innenhöfe, ein beeindruckendes Beispiel maurisch-marokkanischer Architektur.

Am nördlichen Rand der Altstadt angekommen, eröffnet sich ein atemberaubender Blick über die Meerenge zurück nach Europa. Atlantikluft, kühl und erfrischend, weht uns entgegen. Bei einem Getränk geniessen wir den Ausblick, ein Moment zum Durchatmen.

Das alte Theater wird gerade renoviert

Verwinkelte Gassen uns Treppen

Wundervolle Architektur

Kühle Atlantikluft und Blick nach Europa

Museum im ehemaligen Sultanspalast

Sehr schöne Anlage

Im dazugehörigen Garten kommt uns eine Schildkröte entgegen

Hier lässt es sich aushalten

Sehr beeindruckende Holzdecke

Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus

Die Türen sind faszinierend

In einer der unzähligen Gassen mit vielen Läden

Interessante Hausfassade

Ausgang aus Altstadt

Wir sind „Fusslahm“

Langsam merken wir, wie lang dieser Tag schon war. Die Füsse werden schwer, die Eindrücke zahlreich. Zurück an der Corniche setzen wir uns in ein Restaurant und lassen uns ein marokkanisches Abendessen servieren, Ein würdiger Abschluss eines eindrucksvollen Tages.

Genau das Richtige

Ein gelungener Abschluss

Zurück nach Europa

Müde und erfüllt von all den Erlebnissen nehmen wir die Fähre zurück nach Tarifa und fahren von dort zum Boot nach La Línea. Afrika, nur einen Katzensprung, doch eine ganz eigene Welt.

Die Fähre, die uns zurück nach Europa bringt

Müde und erfüllt mit vielen wunderbaren Eindrücken, fahren wir zurück

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